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Zu Buchbesprechungen

Da die GeschwisterRundschau, eine Zeitung von Geschwistern für Geschwister, 1. Ausgabe Mai 2018, 3-4mal im Jahr erscheinen wird und auch immer Buchbesprechungen des Leseclubs beinhaltet, werden die dort aufgeführten Buchbesprechungen erst später auf diese Seite kommen.

Im November wird es hier eine umfassende Besprechung geben zu den Büchern von

Raquel J. Palacio „Wunder“ geben und auch zu der Verfilmung.

 
Wie ein springender Delfin, Verlag Rowohlt, Hamburg 2017

Das Buch „Wie ein springender Delfin“ von Mark Lowery handelt von dem 13 jährigen Martin, der heimlich mit seinem kleinen Bruder Charlie abhaut, um ans Meer zu fahren. Dort ist nämlich der Delfin wieder aufgetaucht, der Charlie im letzten Familienurlaub so fasziniert hat. Trotz der Behinderung des 10 jährigen Charlies, gelingt es den Brüdern, vorerst unbemerkt zu bleiben. Mit der

Zeit wird die Reise jedoch schwieriger, da sie an jedem Bahnhof von der Polizei gesucht werden. Wirklich kompliziert wird es aber erst, als Martin seinen Rucksack verliert – und Charlie. Gemeinsam mit Henrietta, die er unterwegs kennenlernt, versucht er, Charlie wiederzufinden und noch rechtzeitig die Küste zu erreichen, um den Delfin zu sehen.

Die Kapitel des Buches erzählen immer abwechselnd von der aktuellen Zugreise und dem

Sommerurlaub des letzten Jahres. Die verschiedenen Abschnitte der Reise beginnen mit Gedichten von Martin. Durch diese Aufteilung bekommt man sowohl einen Einblick in die Bedeutung des Delfins für Charlie, als auch in Martins Gefühlswelt und seine Rolle als Geschwisterkind. Mir haben diese beiden Handlungsstränge und die Art wie sie zusammen geführt werden, sehr gut gefallen.

Ich würde das Buch schon für Kinder ab ca. 12 Jahren empfehlen, aber die Geschichte enthält

spannende Gedanken für Leserinnen und Leser jeden Alters.

Emma, 17 Jahre

 

Buchbesprechung: „Das Ende ist erst der Anfang“

Das Buch „Das Ende ist erst der Anfang“ wurde von Chandler Baker geschrieben und ist 2018 im Thienemann Verlag erschienen. Es handelt sich um einen „Coming-of-Age Roman“, also eine Geschichte die um die sich um die Entwicklung und das Heranwachsen dreht, und umfasst 400 Seiten.

Der Roman spielt in einer Welt in der Wissenschaftler eine Methode herausgefunden

haben um bereits verstorbene Menschen wieder auferstehen zu lassen. Die Geschichte geht um ein Mädchen namens Lake, die einen schönen Sommer mit ihren Freunden Will und Penny verbringt. Will ist seit kurzem Lakes fester Freund, doch trotzdem machen die drei alles zusammen und sind unzertrennlich.

In wenigen Tagen wird Lake 18 und kann dann einen Menschen von den Toten

auferstehen lassen. Dieses bevorstehende Ereignis macht Lake Angst, dabei ist die

Entscheidung wen sie auferwecken soll bereits von ihren Eltern für sie getroffen worden.

Ihr Bruder Matt ist nach einem Unfall behindert und sitzt im Rollstuhl, wäre aber durch die Ressurrection, die Auferweckung wieder gesund.

Doch dann sterben ihre beiden besten Freunde bei einem Unglück und Lake wird vor eine unmögliche Wahl gestellt. Wen soll sie auferwecken?

Zentral in der Geschichte ist Lakes innerer moralischer Kampf, der detailliert und

verständlich geschildert wird. Der Autor schafft es diese Thematik behutsam und

realistisch zu gestalten und lässt Freiräume für eigene Gedanken.

So habe ich mich gefragt, ob es nicht besser wäre wenn es diese Ressurrection nicht

gäbe und wie meine Welt mit dieser Möglichkeit aussehen würde.

„Das Ende ist erst der Anfang“ endet sehr überraschend und auf keinen Fall so wie ich es mir gewünscht hätte oder erwartet habe.

Mich hat das Buch auf jeden Fall fasziniert und ich würde es für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlen, die Interesse an einer fordernden und eindringlichen Geschichte haben.

Franziska, 20 Jahre

 

Blumen für Algernon

Keyes, Daniel (Roman)

Verlag Klett Cotta, Erstauflage 1966, überarbeitete 6. Auflage 2017

Es ist Science fiction. Und es finden sich viele Auseinandersetzungen in dem faszinierenden Roman, die uns alle angehen und schon heute beschäftigen.
Es ist auch eine Auseinandersetzung mit Beeinträchtigung,  Bildung, Beziehungsgeflechten, unterschiedlichen Lebensmilieus, ein Buch über Zufriedenheit und Glück, auch eine

Geschwistergeschichte.

Es geht um eigene Lebensziele, um Manipulation durch die Wissenschaft, die Rolle der Intelligenz. Und es ist ein Buch über die Entscheidungsfähigkeit von Menschen, von Bindung und Befreiung.

Man muss sich „einfach“ auf das Lesen und den Prozess der Entwicklungen einlassen. (MW)

Titel: Kleine Schwester, großes Biest

Autor: Martha Heesen

Verlag: Fischer Schatzinsel

Erschienen: 2002 in Frankfurt am Main

Besprechung:

Stella (10 Jahre alt) würde ihre Schwester manchmal am liebsten auf den Mond schießen. Nicht nur weil sie meint, dass sie  immer vorgezogen wird. Sondern auch,

so empfindet sie es, weil Stella immer auf Neeltje aufpassen muss. Wenn sie mal wieder aufpassen muss und mit Neeltje nach draußen auf die Straße geht, blamiert diese sie fast immer. Wenn Neeltje mal wieder eine ihre verrücken Ideen hat und Stella ausnahmsweise mal

mitmacht, heißt es am Ende wenn etwas schief geht ‚Du bist doch die ältere, du hättest es besser wissen müssen. Darauf hat sie wirklich kein Bock mehr.

Es sind viele Situationen beschrieben. Ich vermute, dass Neeltje eine Beeinträchtigung hat, aber das wird nicht gesagt. Dadurch wird es so schwierig.

Ich finde das Buch interessant, an manchen Stellen ist es sogar etwas lustig.

Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen.

Marlen, 11 Jahre

 

Pferd, pferd, tiger, Tiger

Nette Eike Neerlin, Verlag Dressler, Hamburg 2017

 

In diesem Buch kommt so manches zusammen im Leben von Honey.

Ihrer Schwester bestimmt mit ihrer Behinderung, ihren „Ticks“, das Leben in der Familie mit der Mutter. Der getrennt lebende Vater spielt eine eigenartige Rolle.

Das mitunter schwierige soziale Milieu wird in verschiedensten Facetten geschildert.

Und dann auch noch Verwechslungen, in einem Chinesisch Kurs, in einem Altenheim, eine besondere Freundschaft zu einem krebskranken Mann.
Die teils verwirrende, doch sehr anrührende Geschichte zeigt die Verpflichtung von Geschwistern vielen Menschen gegenüber, die Bedeutung von kleinen Dingen und Symbolen.

Der Titel bedeutet ( so aus der chinesischen Sprache übernommen)

Etwas ist nicht richtig gut, aber es könnte auch schlimmer kommen.

Es wird auch ein Weg aufgezeigt sich in all dem Durcheinander an Anforderungen selbst zu finden., M.W.

 

Zwei Schwestern, ein Leben

Über Liebe, Trauer und das, was im Leben wirklich zählt

Lesser, Elisabeth

Deutsche Erstausgabe btb Verlag Random House, München 2018

 

Das ist das Szenario:

Eine von vier Schwestern, Maggie, die jüngste- (alle Schwestern haben eine persönliche,, eigenwillige Lebensgeschichte und sehr unterschiedlichen Lebensphilosophien) erkrankt mehrfach an Krebs und jetzt kann nur noch eine Knochenmarktransplantation helfen. Die älteste Schwester Elisabeth ist die am besten geeignete Spenderin und erklärt sich dazu bereit.
Eine Auseinandersetzung der erwachsenen Schwestern mit ihrer Familiengeschichte beginnt, auch begleitet von besonderenTherapiegesprächen. Sie wollen eine andere Haltung zu Konflikten und Verletzungen entwickeln, ihre Sichtweisen dazu austauschen, sich versöhnen, Dinge ruhen lassen, bevor sich ihr Blut vermischt.

Der Prozess der Knochenmarktransplantation wird aus dem Erleben beider Schwestern geschildert. Er gelingt zunächst. Doch dann gibt es die Abwehrreaktionen, eine Rettung der Schwester ist nicht mehr möglich.

Die Schwestern, ihre Familie begleiten sie bis zum Ende ihres Lebens.

M.W.

 

WH Davies