Geschwisterbuecherei.de


Aktuelles

Wir haben einen NOTEINGANG
Dieses Wort stammt von der Kinderbuchautorin Isabel Abedi.
In der ZEIT vom 1. Februar 2024 stand (Kinder -& Jugendbuch Seite 44)
Hier ist Platz!
Meine Kinderbuchfigur Lola entdeckte einmal das Wort „Noteingang“ und dachte Folgendes:
Notausgang, dieses Wort kannte ich natürlich. Das steht ja in allen möglichen Gebäuden, wo sich Menschen versammeln und meistens gibt es dafür auch ein Zeichen, diese kleine grüne Person, die einem Pfeil hinterherläuft. Ein Notausgang zeigt, wo man rauslaufen soll, wenn man in Not ist.

Ein Noteingang dagegen würde zeigen, wo man hineinlaufen könnte, wenn man keinen Platz mehr hätte, an dem man sicher wäre. Ein Noteingang würde sagen: Hier“! Hier ist ein Platz für dich.
Hier bist du sicher!“
Diese Zeilen beschreiben meine momentanen Gefühle und Hoffnungen sehr gut. Ich wünsche mir, dass Deutschland ein Eingang bleibt. Nicht nur für Menschen in Not.
Isabel Abedi, Jahrgang 1967, hat einen iranischen Vater und eine deutsche Mutter.

Eine Besucherin aus dem Süden des Landes machte uns auf diesen Artikel aufmerksam und schrieb dazu, dass sie erfahren habe, dass die Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei diese Aufgabe erfülle.
Geschwister und Mitarbeiter*innen setzten sich zusammen. Was bedeutete es, wenn es nun am Eingang unserer Janusz- Korczak- Geschwisterbücherei ein solches Schild geben würde?
Inzwischen gibt es am Hinter- und Vordereingang ein solches Schild.
Wir machen seither die Erfahrung, dass manche Menschen vorbeikommen um zu fragen, was das bedeutet. Und gerne bleiben sie etwas um zu sehen, was es in der Geschwisterbücherei alles gibt. Kinder, Jugendliche, Erwachsene.

Ein Mitarbeiter griff die Idee auf, im Beruf Lehrer an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Er stellte den Schüler*innen zunächst die Frage, für welche Situationen in ihrem Leben es denn Noteingänge geben sollte: Wenn es zu laut ist, wenn man wütend oder traurig ist,
wenn man alleine sein möchte etc.
Dann konnten sie Noteingänge malen oder gestalten und auch aufschreiben oder zeichnen, welcher Raum denn hinter einem solchen Eingang sein sollte. Der Aufgabe stellten sie sich gerne wie seither Geschwister und Menschen mit Behinderung auch.
Ob eine der Türen der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei so gestaltet werden kann?

Wer braucht einen solchen NOTEINGANG, damit jedem Menschen gezeigt werden kann, dass er willkommen ist?
Wo sollte sich jeder Mensch sicher sein können, dass er dazugehört?

Auf einem Seminartag zum Thema „Demokratie leben“ forderten die anwesenden Geschwisterkinder im Alter von 11-23 Jahren von der Politik, von den Bildungsbehörden, dass ihre Geschwister nicht ausgeschlossen werden von Schulen, Betreuung, Kurzzeiteinrichtungen, Wohnheimen, weil sie betreuungsaufwendig sind, niemand sie in Angeboten der „Inklusion“ haben möchte, weil man dort auf ihre Bedürfnisse nicht eingehen kann.
Die Geschwister mit Behinderung müssen zeitweise zuhause bleiben, Familien können nicht wegfahren, weil niemand ihr Kind auch nur zeitweise betreuen will.
Die Angst der Geschwister um ihre Eltern steigt, denn sie erkennen deren Belastung.
Sie selber trauen sich weniger etwas von den Eltern zu wünschen.
Ich schreibe von dem Jahr 2024.
Welches Gefühl gibt es Menschen, wenn die Schwester, der Bruder, das eigene Kind von anderen Menschen nicht gewollt ist?

Da sitzt eine Gruppe von erwachsenen Menschen mit Down Syndrom zusammen, die sich seit Jahrzehnten kennen. Sie begreifen sofort, was mit dem Ausdruck NOTEINGANG gemeint ist. Sie sprechen in dem geschützten Raum hinter dem NOTEINGANG über ihre Ängste, wenn die Eltern sich nicht mehr so einsetzen könnten wie sie es jetzt ganz selbstverständlich tun?
Sie sprechen offen aus, dass sie wissen, dass es in den Städten, in denen sie leben, im Land, in dem sie leben, Menschen gibt, die sie ablehnen, nicht wollen, die auch nicht mehr wollen, dass Menschen wie sie geboren werden.
Es ist gut, dass sie es aussprechen, miteinander teilen.
Sie respektieren sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, ihrem sehr verschiedenen Tempo, fühlen sich von der Gruppe und den Mitarbeiter*innen verstanden.
Sie verlassen sich voll und ganz auf ihre Geschwister, die für sie da sein werden, wenn die Eltern nicht mehr leben.
Die Geschwister wünschen sich mehr Unterstützung durch andere Menschen, damit sie sich mit ihren Aufgaben mitgetragen, getragen fühlen.
Die Hoffnungen waren schon näher gerückt Richtung Umsetzung, das Ziel schien erreichbarer, dass eben jede, jeder als ein wertvoller Teil eines Ganzen gesehen wird, dass jede*r einen Beitrag leistet, damit alle gleichwertig die Bedingungen bekommen, die sie für ihr Leben brauchen.

www.Geschwisterbuecherei.de

Geschwister,
Mitarbeiter*innen der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei
Juni 2024

Fragen???

zu Angeboten der Begleitung von Geschwistern

Bearbeitung von Fragen in der Begleitung von Geschwistern

Für weitere Informationen steht zur Verfügung: Marlies.Winkelheide@t-online.de



Wir hatten Besuch in der Geschwisterbücherei (Wümme-Zeitung vom 14.3.2015)
 
Neues Buch:  Ich finde nicht die richtigen Worte                                      Literaturhinweis

Vom 02. bis 09. August 2014 waren Mitglieder des Geschwisterrates der Janusz Korczak-Geschwisterbücherei "Auf den Spuren von Janusz Korczak" in Warschau udn Treblinka.
Sie besuchten mehrfach das ehemalige Waisenhaus Dom Sierot, das Janusz Korczak aufgebaut hat und trafen sich dort mit der Leiterin des Korczakianums Marta Ciesielska.
Am 5.August, dem Todestag von Janusz Korczak und den 200 Waisenkindern waren wir in Treblinka. Auch mit der polnischen Geschwister, dem Warschauer Aufstand, befasste sich der Geschwisterrat vor Ort.
Das polnische Waisenhaus " Nasz Dom" wurde nicht nur besucht, sondern es entstand eine lebhafte Diskussion mit der Leiterin Frau Jolanta Jablonska über die Begleitung von Sozialwaisen heute. Auch das Interesse für die Begleitung von Geschwistern von Kindern mit Behinderungen wurde geweckt, ein in Polen noch unbekanntes Thema.
Der Geschwisterrat tagte darüber täglich in einem Konferenzraum des polnischen Hotels, um die ersten Eindrücke zu bearbeiten, Fragen zu formulieren, mit denen er sich auf seinen nächsten Sitzungen befassen möchte.
Es entstand großes Interesse noch mehr über die Pädagogik von Janusz Korczak zu erfahren. Gleichzeitig soll überlegt werden wie der Kontakt mit polnischen Gruppen aufgebaut werden kann, die Interesse an Geschwisterfragen haben.
Eine Selbsthilfegruppe von Eltern hat bereits angefragt.

Eindrücke aus der Bücherei

Webseite für Jugendliche - Mitarbeit ausdrücklich erwünscht!

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Bearbeitung von Fragen in der Begleitung von Geschwistern

Für weitere Informationen steht zur Verfügung: Marlies.Winkelheide@t-online.de


2012 war ein besonderes Gedenkjahr für Janusz Korzak
Vor 100 Jahren wurde das Waisenhaus Dom Sierrot gegründet, in dem Janusz Korczak gelebt und gearbeitet hat, seine pädagogischen Grundgedanken mit Kindern erarbeitet und verwirklicht, gelebt hat. und gearbeitet hat, seine pädagogischen Grundgedanken mit Kindern erarbeitet und verwirklicht, gelebt hat.

Zu Besuch in der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei

Flyer „Mit und von Geschwistern lernen“ anzufordern über Marlies.Winkelheide@t-online.de


WH Davies