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Vorsicht, Zwilling!

Dieses Buch handelt von Anna und Lena. Die beiden sind Zwillinge, die nicht gleich aussehen. Sie sind in eine neue Stadt gezogen. Beim Anmelden an der neuen Schule ist jedoch ein Fehler passiert. Die Mutter der beiden hat sie mit Annalena als ein Kind angemeldet.

Am ersten Schultag kam nur Lena als Annalena, weil Anna krank war. Sie hatte vor Aufregung nämlich zu viele Süßigkeiten gegessen und musste sich ständig übergeben. Lena konnte aber nicht sagen, dass sie in Wahrheit eine Schwester hatte. Die Lehrerin Frau Lang ließ sie nicht ausreden. Nach der Schule erzählte Lena alles Anna. Zusammen beschlossen sie ab dem Tag, dass immer nur eine zur Schule gehen sollte. Am nächsten Morgen haben sie sich die Haare geschnitten, sie waren zum Glück gleich groß und hatten auch die gleiche Schuhgröße.

Die Mutter schöpfte nur kurz Verdacht, als beide die gleichen Klamotten kaufen wollten und fragte sie, ob sie jetzt in der Schule Doppeltes Lottchen spielen. (Das ist ein Buch von Erich Kästner, das von getrennten Zwillingen handelt). Aber sonst bemerkt niemand eine Veränderung.

Aber Anna und Lena haben auch unterschiedliche Interessen. das macht die Sache kniffliger. Lena kann zum Beispiel kein Fußball spielen und schießt beim Spiel gegen eine andere Schulmannschaft ein Eigentor. Lena ist grottenschlecht im Singen, wie sich bei einer Probe herausstellt. Bald feiern sie ihren elften Geburtstag; die Mutter drängelt, dass sie eine Party feiern sollen, aber Lena und Anna wollen nicht, weil sie durch Lara (beste Freundin der zwei) auffliegen würden. Die Mutter richtet dann eine Überraschungsparty aus, zu der die Nachbarin kommt und Lara auch, und damit ändert sich alles. Aber das verrate ich hier nicht.

Das Thema Behinderung kommt in dem Buch nicht vor, aber das Thema Geschwister schon. Wenn man als Geschwister zusammenhält, kann man vieles schaffen und kommt auch sehr gut voran. Ich würde sagen, dass Mädchen mehr Interesse an dem Buch haben könnten, Jungen aber auch. Vor allem Zwillinge würden dieses Buch sehr gut finden, weil es davon handelt, was man selber auch ist; und Menschen lesen gerne davon, was sie selber auch sind.

Auf einer Punkteskala von eins (= sehr schlecht) bis zehn (= sehr gut) würde ich für dieses Buch sechs Punkte geben. Weil man schon nach dem zweiten Kapitel voraussehen kann, was das Ende sein wird. Für Erstleser ist das Buch auf jeden Fall sehr gut, weil die Schrift ziemlich groß ist. Geeignete Altersgruppe: nach meiner Meinung von sechs bis neun Jahren.

David Komesker (Zwilling, 11 Jahre)

Julia Breitenöder: Vorsicht Zwilling! 126. Seiten. Thienemann Verlag, Stuttgart, Wien 2011. ISBN 978-3-522-18274-4
 

Die Wunschperle

Das Buch „Die Wunschperle“ ist ein Comicbuch. Die Geschichte handelt von Wasserschildkröten. Es geht um eine Familie, in der ein Kind auf einmal nur noch traurig ist. Für das Kind Anton wirkt alles irgenwie nur noch farblos und leer. So verändert sich natürlich auch das Leben der beiden Geschwister Nala und Oscar. Die beiden versuchen Anton immer wieder aufzumuntern, aber nicht einmal mehr das Wellenkarussell macht ihm Spaß. Auch Antons Eltern machen sich Sorgen um ihren Sohn. Alle machen sich Sorgen um Anton. Deshalb läuft es auch für Nala und Oscar nicht mehr so gut mit ihren Mitschülern, alles nur wegen Anton.

Die Eltern haben weniger Zeit für Oscar und Nala. Oscar wollte mit seinen Freunden nicht darüber reden und hat sich deswegen mit ihnen auch gestritten. Nala hat es ihnen dann doch erzählt und die Freunde haben sich später darüber lustig gemacht. Anton ist verrückt und so, weil er in einer Psychiatrie ist. Und Nala und Oscar haben sich auch miteinander gestritten deswegen: Oscar wollte nicht, dass sich das ganze Leben nur noch um Anton dreht.

Erst machen die Eltern einen Termin für Anton bei einem Doktor, aber der Doktor weiß auch keinen Rat. Er schickt Anton und seine Eltern zur Wellenklinik. Dort können sie Anton helfen. Anton muss dafür aber in der Klinik bleiben. Erst möchte Anton direkt wieder nach Hause, aber schnell gewöhnt er sich ein und findet Freunde: Zack hat, wie der Leser später erfährt, ADHS. Beißer hat eine Angststörung, Splutter hat eine Sprachstörung und Tom hat eine Essstörung. Anton hat eine Depression.

Der Doktor erzählt ihm von einer leuchtenden Wunschperle, aber in Antons Welt ist es dunkel, weil die Perle von einer dicken Muschel verschluckt wurde. In der Klinik würden sie ihm helfen, sein Licht zu befreien. Die Doktoren und die anderen Kinder finden mit Anton die Perle und Anton darf nach vier Wochen wieder nach Hause. Für seine Geschwister läuft es mit ihren Freunden nun wieder besser und die Eltern haben auch mehr Zeit. Auch die anderen Kinder finden die Wunschperle und ihr eigenes Licht; dann werden sie wieder so, wie sie waren, bevor sie in die Klinik kamen. Hinten im Buch ist Antons Krankheit erklärt und auch die von seinen Freunden aus der Wellenklinik.

Für Geschwister von betroffenen Kinder finde ich es sehr gut erklärt, aber auch für Leute, die davon keine Ahnung haben. Es ist kein Buch, das man sich durchliest, wenn man lachen möchte oder eine schöne Geschichte sucht, sondern eher um darüber nachzudenken. Man kann auf jeden Fall etwas daraus lernen und weiß ja meist nicht so viel über diese Krankheiten, die sehr gut beschrieben sind, vor allem die Depression, aber auch die anderen kann man sich gut vorstellen, ohne dass man gleich hinten die Beschreibungen gelesen haben muss. Geeignet scheint es mir für Kinder ab neun Jahren. Ich würde auf einer Skala eins (= sehr schlecht) bis zehn (= sehr gut) 7,5 Punkte dafür geben.

Johanne Komesker, 11 Jahre

Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter: Die Wunschperle. Vom Einfluss seelischer Erkrankungen auf Geschwisterkinder. Nach der Idee von Dr. Caroline Trautmann. Balance Buch und Medien Verlag, Köln 2018. 120 Seiten. ISBN 978-3-86739-921-0.
                      

Hallo, Herr Eisbär!

Im Buch „Hallo Herr Eisbär“ von Maria Farrer geht es um Arthur. Dieser hat einen kleinen Bruder namens Liam, der wie Arthur findet, auf Grund seiner Behinderung viel zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Wenn Liam wieder mal einen Wutausbruch hat, muss Arthur auf sein Zimmer und das „stinkt“ ihm gewaltig. Arthur darf noch nicht mal den Fernseher beim Fußballgucken laut stellen! Doch als Arthur eines Tages wieder auf sein Zimmer geschickt wird, da er den Fernseher so laut gestellt hatte, dass er Liams brummeln nicht mehr hören musste, reicht es ihm. Er packt seine „Überlebensbox“ und rennt weg. Doch nur nach ein paar Schritten trifft er auf etwas Großes, Weißes und Weiches. Es stellt sich heraus, dass dieses etwas Herr Eisbär ist und dass auf Herrn Eisbärs Koffer die Adresse von Arthur und seiner Familie steht. Für Arthur ist klar, dass Herr Eisbär bei ihnen bleiben muss, schließlich ist er verletzt, jedoch sind da noch Arthurs Eltern die sicher nicht sehr begeistert von einem Eisbären im Haus sind, außerdem ist da ja noch Liam ….

                                       Meine Meinung:
Ich finde das Buch sehr schön, da es auch für Jüngere geeignet ist. Es erzählt die Geschichte von Arthur und Liam sehr real und spricht auch ernstere Themen wie Mobbing an. Die Illustrationen von Daniel Rieley, die das ganze Buch vervollständigen, sind sehr lustig und machen die Geschichte noch etwas witziger.

Beeke, 12 Jahre


Wie ein springender Delfin, Verlag Rowohlt, Hamburg 2017

Das Buch „Wie ein springender Delfin“ von Mark Lowery handelt von dem 13 jährigen Martin, der heimlich mit seinem kleinen Bruder Charlie abhaut, um ans Meer zu fahren. Dort ist nämlich der Delfin wieder aufgetaucht, der Charlie im letzten Familienurlaub so fasziniert hat. Trotz der Behinderung des 10 jährigen Charlies, gelingt es den Brüdern, vorerst unbemerkt zu bleiben. Mit der

Zeit wird die Reise jedoch schwieriger, da sie an jedem Bahnhof von der Polizei gesucht werden. Wirklich kompliziert wird es aber erst, als Martin seinen Rucksack verliert – und Charlie. Gemeinsam mit Henrietta, die er unterwegs kennenlernt, versucht er, Charlie wiederzufinden und noch rechtzeitig die Küste zu erreichen, um den Delfin zu sehen.

Die Kapitel des Buches erzählen immer abwechselnd von der aktuellen Zugreise und dem

Sommerurlaub des letzten Jahres. Die verschiedenen Abschnitte der Reise beginnen mit Gedichten von Martin. Durch diese Aufteilung bekommt man sowohl einen Einblick in die Bedeutung des Delfins für Charlie, als auch in Martins Gefühlswelt und seine Rolle als Geschwisterkind. Mir haben diese beiden Handlungsstränge und die Art wie sie zusammen geführt werden, sehr gut gefallen.

Ich würde das Buch schon für Kinder ab ca. 12 Jahren empfehlen, aber die Geschichte enthält

spannende Gedanken für Leserinnen und Leser jeden Alters.

Emma, 17 Jahre

 

Buchbesprechung: „Das Ende ist erst der Anfang“

Das Buch „Das Ende ist erst der Anfang“ wurde von Chandler Baker geschrieben und ist 2018 im Thienemann Verlag erschienen. Es handelt sich um einen „Coming-of-Age Roman“, also eine Geschichte die um die sich um die Entwicklung und das Heranwachsen dreht, und umfasst 400 Seiten.

Der Roman spielt in einer Welt in der Wissenschaftler eine Methode herausgefunden

haben um bereits verstorbene Menschen wieder auferstehen zu lassen. Die Geschichte geht um ein Mädchen namens Lake, die einen schönen Sommer mit ihren Freunden Will und Penny verbringt. Will ist seit kurzem Lakes fester Freund, doch trotzdem machen die drei alles zusammen und sind unzertrennlich.

In wenigen Tagen wird Lake 18 und kann dann einen Menschen von den Toten

auferstehen lassen. Dieses bevorstehende Ereignis macht Lake Angst, dabei ist die

Entscheidung wen sie auferwecken soll bereits von ihren Eltern für sie getroffen worden.

Ihr Bruder Matt ist nach einem Unfall behindert und sitzt im Rollstuhl, wäre aber durch die Ressurrection, die Auferweckung wieder gesund.

Doch dann sterben ihre beiden besten Freunde bei einem Unglück und Lake wird vor eine unmögliche Wahl gestellt. Wen soll sie auferwecken?

Zentral in der Geschichte ist Lakes innerer moralischer Kampf, der detailliert und

verständlich geschildert wird. Der Autor schafft es diese Thematik behutsam und

realistisch zu gestalten und lässt Freiräume für eigene Gedanken.

So habe ich mich gefragt, ob es nicht besser wäre wenn es diese Ressurrection nicht

gäbe und wie meine Welt mit dieser Möglichkeit aussehen würde.

„Das Ende ist erst der Anfang“ endet sehr überraschend und auf keinen Fall so wie ich es mir gewünscht hätte oder erwartet habe.

Mich hat das Buch auf jeden Fall fasziniert und ich würde es für Jugendliche ab 14 Jahren empfehlen, die Interesse an einer fordernden und eindringlichen Geschichte haben.

Franziska, 20 Jahre

 

Blumen für Algernon

Keyes, Daniel (Roman)

Verlag Klett Cotta, Erstauflage 1966, überarbeitete 6. Auflage 2017

Es ist Science fiction. Und es finden sich viele Auseinandersetzungen in dem faszinierenden Roman, die uns alle angehen und schon heute beschäftigen.
Es ist auch eine Auseinandersetzung mit Beeinträchtigung,  Bildung, Beziehungsgeflechten, unterschiedlichen Lebensmilieus, ein Buch über Zufriedenheit und Glück, auch eine

Geschwistergeschichte.

Es geht um eigene Lebensziele, um Manipulation durch die Wissenschaft, die Rolle der Intelligenz. Und es ist ein Buch über die Entscheidungsfähigkeit von Menschen, von Bindung und Befreiung.

Man muss sich „einfach“ auf das Lesen und den Prozess der Entwicklungen einlassen. (MW)

Titel: Kleine Schwester, großes Biest

Autor: Martha Heesen

Verlag: Fischer Schatzinsel

Erschienen: 2002 in Frankfurt am Main

Besprechung:

Stella (10 Jahre alt) würde ihre Schwester manchmal am liebsten auf den Mond schießen. Nicht nur weil sie meint, dass sie  immer vorgezogen wird. Sondern auch,

so empfindet sie es, weil Stella immer auf Neeltje aufpassen muss. Wenn sie mal wieder aufpassen muss und mit Neeltje nach draußen auf die Straße geht, blamiert diese sie fast immer. Wenn Neeltje mal wieder eine ihre verrücken Ideen hat und Stella ausnahmsweise mal

mitmacht, heißt es am Ende wenn etwas schief geht ‚Du bist doch die ältere, du hättest es besser wissen müssen. Darauf hat sie wirklich kein Bock mehr.

Es sind viele Situationen beschrieben. Ich vermute, dass Neeltje eine Beeinträchtigung hat, aber das wird nicht gesagt. Dadurch wird es so schwierig.

Ich finde das Buch interessant, an manchen Stellen ist es sogar etwas lustig.

Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen.

Marlen, 11 Jahre

 

Pferd, pferd, tiger, Tiger

Nette Eike Neerlin, Verlag Dressler, Hamburg 2017

 

In diesem Buch kommt so manches zusammen im Leben von Honey.

Ihrer Schwester bestimmt mit ihrer Behinderung, ihren „Ticks“, das Leben in der Familie mit der Mutter. Der getrennt lebende Vater spielt eine eigenartige Rolle.

Das mitunter schwierige soziale Milieu wird in verschiedensten Facetten geschildert.

Und dann auch noch Verwechslungen, in einem Chinesisch Kurs, in einem Altenheim, eine besondere Freundschaft zu einem krebskranken Mann.
Die teils verwirrende, doch sehr anrührende Geschichte zeigt die Verpflichtung von Geschwistern vielen Menschen gegenüber, die Bedeutung von kleinen Dingen und Symbolen.

Der Titel bedeutet ( so aus der chinesischen Sprache übernommen)

Etwas ist nicht richtig gut, aber es könnte auch schlimmer kommen.

Es wird auch ein Weg aufgezeigt sich in all dem Durcheinander an Anforderungen selbst zu finden., M.W.

 

Zwei Schwestern, ein Leben

Über Liebe, Trauer und das, was im Leben wirklich zählt

Lesser, Elisabeth

Deutsche Erstausgabe btb Verlag Random House, München 2018

 

Das ist das Szenario:

Eine von vier Schwestern, Maggie, die jüngste- (alle Schwestern haben eine persönliche,, eigenwillige Lebensgeschichte und sehr unterschiedlichen Lebensphilosophien) erkrankt mehrfach an Krebs und jetzt kann nur noch eine Knochenmarktransplantation helfen. Die älteste Schwester Elisabeth ist die am besten geeignete Spenderin und erklärt sich dazu bereit.
Eine Auseinandersetzung der erwachsenen Schwestern mit ihrer Familiengeschichte beginnt, auch begleitet von besonderenTherapiegesprächen. Sie wollen eine andere Haltung zu Konflikten und Verletzungen entwickeln, ihre Sichtweisen dazu austauschen, sich versöhnen, Dinge ruhen lassen, bevor sich ihr Blut vermischt.

Der Prozess der Knochenmarktransplantation wird aus dem Erleben beider Schwestern geschildert. Er gelingt zunächst. Doch dann gibt es die Abwehrreaktionen, eine Rettung der Schwester ist nicht mehr möglich.

Die Schwestern, ihre Familie begleiten sie bis zum Ende ihres Lebens.

M.W.

 

WH Davies